Tony Parsons - Nichts ist alles, alles ist nichts

Vor wenigen Tagen erhielt ich Post aus England. Tony Parsons hatte mir freundlicherweise sein Buch "nothing being everything being nothing" geschickt. Ein wunderbares Buch, das ich allen an Meditation und Selbsterkundung Interessierten ans Herz legen möchte. Im Vorwort des Buches wird auf das zunehmende Interesse an nicht dualistischen Weisheitslehren hingewiesen. Diese Lehren folgten oft dem arroganten Grundprinzip “herabzusteigen, um die noch nicht Erwachten auf dem halben Weg des Berges zu treffen“, um dadurch das dualistische Missverständnis von einer Hierarchie und einer persönlichen Entwicklung zu verstärken. Den Suchenden brächte das eine unterschwellige Bestätigung, dass sie tatsächlich verloren sind und der Erlösung bedürfen. Wie schon in seinen früheren Büchern versucht Tony Parsons deutlich zu machen, dass dies für den menschlichen Geist eine absolut unlösbare Aufgabe darstellt, der auf diese Weise niemals sein zu Hause finden kann, nach dem er so verzweifelt sucht. 

Und so erschien Tony Parsons zu seinen Meetings immer als ein Gleicher unter Seinesgleichen. Ganz zeitgemäß.

Nichts zu sein, ist alles zu sein, ist nichts zu sein. Diese Worte mögen auf den erste Blick widersprüchlich, wenn nicht gar unsinnig erscheinen, entsprechen sie doch in keiner Weise unserer gewohnten Denkweise. Tatsächlich beschreiben sie in aller Kürze unsere grundlegende Wirklichkeit: 


   Alles, was ist, ist das .... 

       Sein

          das Eine erscheint als zwei

          nichts erscheint als alles 

          das Absolute erscheint als das Spezielle

          Leerheit erscheint als Fülle 

          das Unbedingte erscheint als das Bedingte 

          Einheit erscheint als Trennung 

          Subjekt erscheint als Objekt 

          das Singuläre erscheint als Pluralität 

          das Unpersönliche erscheint als das Persönliche 

          das Unbekannte erscheint als das Bekannte 

          Es ist die tönende Stille und die sich bewegende Reglosigkeit 

          und diese Worte erscheinen als Hinweis auf das Wortlose 

                 .... und doch passiert nichts.           

Tony Parsons:  nothing being everything being nothing 

 

Berlin, Oktober 2019 -D. Bartel


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