Liebe besiegt Ärger  

Ärger und Wut gehören zu den Plagegeistern, die uns gelegentlich stunden- oder auch tagelang in Beschlag nehmen, ohne dass wir uns dagegen zu wehren wissen. Sind wir dem Ärger stark verhaftet, bleibt es unklar, wer wen festhält: der Ärger uns oder wir den Ärger.  

Das Ganze geschieht vollkommen unreflektiert, und es kann passieren, dass wir in derartigen Ausnahmesituationen eine geliebte Person verletzen. Wenn es uns im Nachhinein leid tut, verschwindet der Ärger so schnell, wie er gekommen war. Die Liebe hat den Ärger besiegt. 

Sei es die Liebe zum Partner, zur Partnerin oder zu unseren Kindern, wir wurden durch sie zum Nachdenken, und damit auf Distanz zum Ärger gebracht. In der Meditation geschieht etwas Ähnliches, nur dass in diesem Fall auf eine andere Art Distanz entsteht: durch stilles Betrachten der Emotion. Mit etwas Übung wird dann gesehen, dass wir als Beobachter nicht der Ärger sind. Der Ärger entpuppt sich als bloßes Gefühl. Uns steht es dann frei, affiziert zu werden oder auch nicht. 

Mit der Zeit festigt sich der Erfolg. Beharrliches Übens schenkt der Liebe genügend Kraft, so dass am Ende nur noch ein Schatten des Ärgers übrig bleibt.

Detelf B. Bartel - Berlin, Juli 2020

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